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PPA

Der Dichter Peter Paul Althaus (1892-1962) gehört mit seinen subtilen, kurzen Gedichten zu meinen ganz persönlichen Favoriten. Ich entdeckte ihn 2001 während einer CD-Produktion - mein Vater sang Vertonungen einiger seiner Gedichte, außerdem spielte ein Pianist das Album "Children's Corner" von C. Debussy ein, an den sich PPA's Gedichtband "Ein Spaziergang durch die Traumstadt" anlehnt. Damals hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, bei einer solchen Produktion, die außergewöhnlicher Weise in unseren eigenen Musikräumen stattfand, die Tonassistenz zu übernehmen - nicht zuletzt deswegen gehört auch "Childrens Corner" zu meinen persönlichen Lieblingswerken am Klavier.

Theodor Heuss sagte einmal in einer Laudatio anlässlich seines 70. Geburtstages im Juli 1962: "(...) PPA hat an dem Bunterlei der Einfälle, die ihn in der Einsamkeit seiner Krankenstube besuchen, vielleicht gelegentlich bedrängen - das spürt man - seine Freude. Doch dann beginnt - das spürt man auch - die bewußte Artistik der Formung. Und hier begreift man: Die heitere Laune, die er dem Leser weiterschenken will, steht im Schatten einer linden Wehmut (...) So ist das Leben!"

Der Winkel, aus dem er vieles betrachtet, erinnert mich häufig an meine eigene Sicht der Dinge, und so kommt es mitunter vor, dass ich mich in seinen Gedichten wiederfinde, ganz so, als ob ich das gleiche hätte sagen können. Genau das ist es, was mich an Lyrik immer schon so fasziniert hat.

Hier nun zwei kleine Gedichte aus seinem Gedichtband "Wir Sanften Irren" - zwei von denen, die mir einfach aus der Seele sprechen.




Wir sind nicht richtig froh, wir sind auch nicht betrübt,
wir sind ein Häuflein ausgebrannter Schlacken;
wir sanften Irren tragen Schlüssel in den Taschen unsrer Jacken
für Türen, die es nicht mehr gibt.



Alle Uhren gehen vor
heutzutage.
Es ist schon Morgen
eh' wir nachgekommen sind.
Kind
ist schon Greis
eh' er (sie, es) das weiß.

Alle Uhren gehen vor
heutzutage.
10.3.06 02:33
 


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